Praxis Roland Hanik
 
Sprachtherapie für Hörgeschädigte 

  

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Die Behandlung von Patienten mit Cochlea Implantat

Viele CI-Träger kommen als Patienten in unsere Praxis, und das mit gutem Grund. Nach einer Implantation dieser künstlichen Hörhilfe  können akustische Reize direkt an den Hörnerv übertragen werden. Gehörlose und Ertaubte können damit Geräusche und Sprachlaute erkennen und unterscheiden und verbessern ihr Hörvermögen erheblich. Soweit kurz die medizinisch Seite.

Die Implantation ist allerdings nur der erste Schritt, denn das Hören mit einem CI unterscheidet sich grundsätzlich von dem eines Normalhörenden oder dem eines Hörgeräteträgers. Die akustischen Signale kommen als völlig andere Höreindrücke und Klangerlebnisse im Gehirn an.

Hier setzt unsere  Nachsorge für die Träger eines CI an: Jeder unserer Patienten unterzieht sich einer von uns entwickelten und nur bei uns durchgeführten Hörlautuntersuchung. Sie erlaubt unseren Therapeuten eine genaue Diagnose über die unterschiedlich ausgeprägte Hörfähigkeit im Allgemeinen und einzelner Laute im Besonderen zu stellen. Dadurch wird eine gezielte Arbeit mit dem Patienten möglich. Aber auch für die Techniker in den Kliniken, die das Implantat öfter neu einstellen, sind die Resultate unserer Hörprüfung äußerst hilfreich. Wir dokumentieren, was genau mit den verschiedenen Einstellungen des Geräts gehört werden kann und wie der Hörerfolg verläuft.

Bei Menschen, die von Geburt an gehörlos sind, leisten wir quasi Pionierarbeit. Unsere Therapeuten bahnen das neue Hören nach der Implantation an und machen die unbekannten Höreindrücke und Klangerlebnisse für die Patienten erfahrbar. Das heißt, dass unsere Therapeuten den Patienten beibringen, das Gehörte zu erkennen und der entsprechenden Klangquelle zuzuordnen. Das Ziel ist es, dass unsere Patienten lernen, Sprachlaute zu unterscheiden.

Kinder, die mit einem CI versorgt sind, lernen nun das Sprechen und die Sprache in unserem Hörsprachtraining. Die neuen Höreindrücke werden parallel in Sprache umgesetzt. Dazu kommen spezielle, auf die kleinen Patienten zugeschnittene Artikulationsübungen, Wortschatzaufbau und Grammatik.

Spätertaubte CI-Träger stehen vor einem anderem Problem: Sie müssen neu hören lernen, da sich das Hören mit dem Cochlea Implantat von den früheren Höreindrücken der Patienten stark unterscheidet, sich also vieles ganz anders anhört als gewohnt. Auch sie müssen das Zuordnen neu lernen. Auf Basis der Hörlautuntersuchung trainieren wir das Erkennen und Unterscheiden der Sprachlaute. 

Zur Vorbereitung auf die Operation ist ein Lippenablesekurs anzuraten. Bis zur Erstanpassung des CI hört der Patient nichts, kann in diesem Zeitraum also überhaupt nur lautsprachlich kommunizieren, wenn er bestimmte Fähigkeiten im Lippenablesen entwickelt hat. Auch nach der Operation ist der Patient auf die zusätzliche Information angewiesen, die das Mundbild bietet. Wer sich für eine CI-Implantation entscheidet, sollte also frühzeitig mit uns Kontakt aufnehmen, um eine ihm adäquate Vor- und Nachbehandlung zu erörtern.

 

Praktikanten und Studenten erhalten bei uns wertvolle Einblicke in die therapeutische Arbeit mit hörgeschädigten Patienten. Einige machen ihre Erfahrungen aus dem Praktikum zum Thema ihrer Abschlussarbeit an der Universität. 

R. Hanik, A. Diehl und Y. Dechant, Fürstenriederstr. 35, 80686 München, Tel. 089-561696, Fax 089-584469, Bildtel. 089-56822760
Mitglied im "Schwerhörigenverein München e. V." und im "Bundesverband Neurofibromatose"